"Es gibt keine Garantie, dass es klappt"
Experten beantworten in der "Main-Spitze" Leser-Fragen zum unerfüllten Kinderwunsch/Wer bezahlt Behandlung?
MAINZ Ein unerfüllter Kinderwunsch ist ein sensibles Thema. Vielen Paaren fällt es schwer, offen darüber zu sprechen oder gar bei einem Arzt um Rat zu fragen. Mehr als 25 Leserinnen und Leser dieser Zeitung nutzten deshalb die Chance und schilderten Thomas Hahn (Kinderwunschzentrum Wiesbaden) und Prof. Heinz Kölbl (Kinderwunschzentrum der Mainzer Uniklinik) ihre Sorgen.
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"Wie lange habe ich noch Zeit, ein Kind zu kriegen?" ... "Sie sollten es auf jeden Fall nicht mehr allzu lange hinaus zögern", sagt er. "Die Fruchtbarkeit der Frau nimmt mit jedem Jahr ab."
Eine ist 29, hat gerade die Pille abgesetzt. Sie wäre lieber heute als morgen schwanger - aber noch hat es nicht geklappt. Hahn rät ihr, einfach etwas Geduld zu haben. Und mit dem Frauenarzt über den dringenden Kinderwunsch zu sprechen. Oft könne dieser schon mit Tipps oder einfachen Hormonbehandlungen helfen. "Und wenn es wirklich nicht klappen sollte, kann er Sie auch zu einem Kinderwunschzentrum überweisen." Die Erfolgsquote dort ist statistisch gesehen hoch: Zwischen 60 bis 80 Prozent der Frauen, die von Spezialisten therapiert werden, werden schwanger.
"Wer bezahlt denn die Kinderwunschbehandlung eigentlich?" Seit Januar 2004 übernehmen die Krankenkassen nur noch die Hälfte der Kosten - die andere Hälfte müssen die, die sich ihren Kinderwunsch nur mit medizinischer Hilfe erfüllen können, selbst bezahlen. Zwischen 200 und 600 Euro sind bei einer Insemination fällig (dabei werden Spermien zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter eingeleitet); zwischen 1500 und 1700 Euro kostet eine In-Vitro-Fertilisation (Ei- und Samenzelle werden in einer Glasschale zusammengebracht und nach der Befruchtung zurück in die Gebärmutter gegeben). Bei jeder Methode werden maximal drei Versuche von den Kassen mitgetragen. Ob und wann es klappt, kann niemand vorher sagen. "Ich muss seit einem Jahr viel über Geld reden", bedauert Hahn die neue gesetzliche Regelung. Und oft genug sitzt er jungen Paaren gegenüber, die dieses Geld nicht aufbringen können. Und sich den Kinderwunsch so möglicherweise nie erfüllen können...
... Es gebe nur Statistiken: "Wer es wissen will, muss es probieren. Das ist der einzige Weg."
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