Mönchspfeffer
Mönchspfeffer (lat.: Agnus castus), auch Keuschlamm, Keuschbaum oder Abrahamstrauch genannt, wird hauptsächlich gegen das prämenstruelle Syndrom (PMS) verabreicht. Die Früchte des Mönchspfeffers helfen sowohl gegen Reizbarkeit und depressive Verstimmungen als auch gegen Akne und Spannungsgefühl in den Brüsten an den Tagen vor der Menstruation. Der Mönchspfeffer gehört heute zu den besonders häufig verschriebenen Pflanzenarzneien in der Frauenheilkunde.
Technorati Tags: Fruchtbarkeit, Kinderwunsch
Das Wirkprinzip des Mönchspfeffer ist heute gut bekannt. Die Beschwerden des prämenstruellen Syndroms werden in den meisten Fällen durch ein Ansteigen des Prolaktinspiegels im Körper der Frau verursacht. Zusätzlich ist Stress ein häufiger Auslöser für eine erhöhte Hormonausschüttung.
Wie wirkt Mönchspfeffer?
Mönchspfeffer wirkt auf den Botenstoff Dopamin, der wiederum den Prolaktinspiegel senkt. Welcher Bestandteil des Mönchspfeffers diese Wirkung ausübt, ist unbekannt.
Wann wird Mönchspfeffer empfohlen?
Zur Zyklusregulierung bei unerfülltem Kinderwunsch, der durch Zyklus- und Follikelreifungsstörungen bedingt ist, wird Mönchspfeffer oftmals sehr erfolgreich angewendet, ebenso bei prämenstruellen Beschwerden und Mastodynie.
Mönchspfeffer gegen Fruchtbarkeitsstörungen?
Eine Zulassung für die Indikation Fertilitätsstörungen (Fruchtbarkeitsstörungen) gibt es jedoch nicht.
Unter dem prämenstruellen Syndrom (PMS) leiden ca. 40% aller Frauen im gebärfähigen Alter. 5-10% sind deswegen jeden Monat arbeitsunfähig. Zur Symptomatik des PMS gehören psychische und körperliche Symptome.
Woher kommt der Name Mönchspfeffer?
Die getrockneten reifen Früchte von Vitex agnus-castus besitzen, vor allem im Mittelmeerraum, eine lange Geschichte kultischer und arzneilicher Verwendung. In der mittelalterlichen Kirche erlangte der Mönchspfeffer (Keuschlammstrauch) eine besondere Bedeutung. Er sollte helfen, das von Nonnen und Mönchen gegebene Keuschheitsgelübde einzuhalten und die "unkeuschen Gelüste" zu bekämpfen. Männer wie Frauen trugen zur Dämpfung des Geschlechtstriebes aus Keuschlamm gefertigte Amulette. Der Mönchspfeffer wurde daher in jedem Klostergarten angebaut. Mit den kleinen nach Pfeffer riechenden und schmeckenden Früchten hat man in der Klosterküche gewürzt. Bei der medizinischen Verwendung finden sich wiederholt Hinweise auf "Unterleibsleiden" und Menstruationsstörungen sowie auf Verschreibungen als Emmenagogum (emmaenos, griech. = monatlich; agogos, griech. = herbeiführen) und Laktagogum (milchbildend).
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