Clomifen bei Azoospermie hilfreich?
Clomifen ist ein Medikament, welches nicht nur bei Frauen die Funktion der Hirnanhangsdrüse anregt, sondern auch bei Männern. Die Anwendung zur Verbesserung des Spermiogramms wurde bisher empirisch durchgeführt. Diese Erfahrungen wurde in einer Studie genutzt, um die Spermienqualität zu verbessern. Und zwar ging es dabei um Männer mit völligem Fehlen von Spermien im Ejakulat (Azoospermie), jedoch nicht bedingt durch eine Verschluss des Samenleiters (nonobstruktive Azoospermie). Bei diesen Männern fehlen die Spermien im Ejakulat aufgrund einer verminderten Funktion der Hoden. Mit der Gabe von Clomifen, so das Ziel der Studie, sollte versucht werden, die Spermienproduktion zu verbessern, so dass Spermien im Ejakulat zu finden sind oder durch die Hodenbiopsie (TESE) ausreichend Spermien für eine ICSI gewonnen werden können.
Technorati Tags: Azoospermie, Kinderwunsch
Dazu wurden 42 Männer im Alter von 25-39 zunächst ausführlich untersucht und zunächst einer Hodenbiopsie unterzogen. Bei letzterer fand man eine Reifungsstörung der Spermienproduktion bei 42,9% der Männer und eine deutlich verminderte Spermienproduktion in 57,1%. Den Patienten wurde anschließend Clomifen verabreicht und die Dosis so eingestellt, dass Testosteron-Spiegel im Blut von 600-800 ng/ml erreicht wurden. Unter dieser Therapie wurden wiederholt Spermiogramme durchgeführt. Bei den Männern, die auch unter dieser Therapie keine Spermien im Ejakulat aufwiesen, wurde eine weitere Hodenbiopsie entnommen.
64,3% der Männer hatten nach der Clomifenbehandlung Spermien im Ejakulat, die Werte reichten dabei von 1 Million Spermien pro Milliliter bis zu 16 Millionen. Bei den 35,7% der Männer, die weiterhin eine Azoospermie aufwiesen, konnte in den erneut entnommenen Hodenproben ausreichend Spermien für eine ICSI gefunden werden, die feingewebliche (histologische) Untersuchung zeigte bei allen Männern eine verbesserte Hodenfunktion.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass man bei Männern mit einer nonobstruktiven Azoospermie vor einer ICSI eine Clomifenbehandlung durchführen sollte, um Spermien im Ejakulat zu finden oder um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, bei einer Biopsie ausreichend Spermien für eine ICSI zu finden.
Der Hinweis sei gestattet, dass die Fallzahl der untersuchten Patienten gering ist und eine Kontrolle fehlte. Interessant sind die Ergebnisse dennoch.
Hussein A, Ozgok Y, Ross L, Niederberger C
Clomiphene Administration for Cases of Nonobstructive Azoospermia: A Multicenter Study.
J Androl. 2005 November-December;26(6):787-791
via Wunschkinder.net
« HI - Vor- und Nachteile | Startseite | Künstliche Befruchtung: Bundesausschuss klärt Anspruch und Zählweise »


Aktuellste Artikel zu diesem Thema