Wissenschaftlerin: Dynamik vorgeburtlicher Diagnostik begrenzen
Deutsches Ärzteblatt: Dynamik vorgeburtlicher Diagnostik begrenzen
WEINHEIM. Die Berliner Humangenetikerin und Ethikerin Sigrid Graumann hat die Politik aufgefordert, "die Dynamik der pränatalen Diagnostik zu begrenzen". Frauen ständen durch diese Diagnosetechnik unter einem sozialen Druck, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, sagte sie in einem Interview der in Weinheim erscheinenden Zeitschrift "Psychologie Heute" vom Februar.
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Es müsse geklärt werden, unter welchen Bedingungen vorgeburtliche Diagnostik (PND) angewandt werden dürfe, sagte die Wissenschaftlerin, die Mitglied der Enquetekommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" des Bundestags ist. In dem geplanten Gendiagnostikgesetz sollte die PND mitgeregelt werden. Frauen ständen heute unter der hohen Anforderung, Lebens-, Berufs- und Familienplanung unter einen Hut zu bringen, meinte Graumann. Zu diesem Verantwortungsprofil gehöre auch die Geburt eines gesunden Kindes.
Frauen verinnerlichten diese Haltung, indem sie sagten, sie hätten ein Recht auf ein eigenes, gesundes Kind. Niemand werde das Rad wieder zurückdrehen können. Dennoch sollten Frauen bei Schwangerschaftsbeginn von Ärzten umfassend über Möglichkeiten, Risiken und Grenzen dieser Diagnoseverfahren aufgeklärt werden./kna
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