FDP für Zulassung von Eizellenspenden
Die künstlich herbeigeführte Schwangerschaft einer 64-jährigen Frau aus Aschaffenburg hat eine Debatte um das in Deutschland geltende Verbot der Eizellenspende ausgelöst. Die technologiepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike Flach, plädierte in der „Berliner Zeitung“ vom Mittwoch dafür, Eizellenspenden zu ermöglichen. „Das Verbot sollte aufgehoben werden“, sagte sie.
Es sei nicht nachvollziehbar, dass in Deutschland zwar Samen-, nicht aber Eizellenspenden erlaubt seien. Eine Eizellenspende solle aber nur dann ermöglicht werden, wenn die biologische Grenze für eine Mutterschaft nicht überschritten ist. „Der aktuelle Fall darf sich nicht wiederholen“, betonte Flach. Zudem dürfe kein Geld für eine Spende fließen. Auch das Kindeswohl müsse berücksichtigt werden.
Die Union lehnte eine gesetzliche Änderung ab. „Die geltende Regelung ist vernünftig und medizinisch verantwortbar“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Katharina Reiche (CDU), der Zeitung. Sie warnte davor, diese Debatte mit der Diskussion um eine erleichterte Stammzellenforschung zu verbinden. „Wir müssen die Themen nach und nach angehen“, forderte sie.
Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Krista Sager, sprach sich gegen die Aufhebung des Verbots aus. Es sei absurd, die Schwangerschaft einer 64-Jährigen zum Anlass zu nehmen, um Eizellenspenden zu ermöglichen. „Es darf nicht sein, dass junge Frauen aus armen Verhältnissen sich den gesundheitlichen Belastungen aussetzen, damit eine alte, wohlhabende Frau sich eine Schwangerschaft erfüllt“, sagte sie dem Blatt. © ddp/aerzteblatt.de
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