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Studie: Pharmamarkt berücksichtigt Bedürfnisse Schwangerer zu wenig

Der Arzneimittelmarkt verfehlt die Bedürfnisse schwangerer Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Forschern des Imperial College London. Sie haben ihre Ergebnisse in der Public Library of Science publiziert (doi:10.1371/journal.pmed.0050022).

Weltweit sterben jährlich eine halbe Million Frauen während der Schwangerschaft. Sieben Millionen Babys sterben im selben Zeitraum vor oder kurz nach der Geburt, 99 Prozent davon in Entwicklungsländern. Die Wissenschaftler des Imperial College London analysierten Daten zu mehr als 37.000 Medikamenten, deren Entwicklungen seit 1981 in der sogenannten Pharmaprojects database dokumentiert sind.


Diese listet alle sich in Entwicklung befindlichen Arzneimittel, die Webseiten von Pharmaunternehmen nennen, die in registrierten Studien getestet werden oder auf Konferenzen oder der Datenbank PubMed Erwähnung finden.

Die Arbeitsgruppe fand lediglich 17 Arzneimittel für werdende Mütter, die sich zum November 2007 in der Entwicklung befanden. Dies entspricht weniger als drei Prozent dessen, was sich im Bereich der kardiovaskulären Gesundheit in der Vorbereitung befindet (660 Arzneimittel) oder der Hälfte der Forschung nach Arzneimitteln gegen amyotrophische Lateralsklerose (34 Mittel). Als eine mögliche Ursache für dieses Verhältnis nennen die Autoren die Angst vieler Pharmaunternehmen vor Schadensersatzklagen, die bei Geburtsdefekten in Studien oder nach Zulassung drohen. Zudem sei der Markt begrenzt.

Nick Fisk und Kollegen nennen die Schwangerschaft eine „virtuelle pharmafreie Zone“, da in diesem Bereich in den vergangenen 20 Jahren nur eine neue Klasse von Medikamenten auf dem Markt erschienen sei. Sie fordern Anreize, für Pharmaunternehmen zu schaffen, auf diesem Bereich weiterzuforschen. „Nimmt man die inakzeptabel hohe Zahl an mütterlichen und perinatalen Todesfällen, ist es höchste Zeit, diesen Missstand zu beheben“, betonen die Autoren. © hil/aerzteblatt.de
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