Folsäure hält Spermien gesund
Amerikanische Wissenschaftler haben in einer Studie mit 89 männlichen Teilnehmern herausgefunden, dass sich eine folsäurereiche Ernährung günstig auf die Spermien und damit auf ein verringertes Fehlbildungsrisiko des Nachwuchses auswirkt. Die Untersuchung ist in der Fachzeitschrift "Human Reproduction" veröffentlicht. Bei guter Folsäure-Versorgung zeigte sich eine geringere Wahrscheinlichkeit für veränderte Chromosomenzahlen bei den Kindern, die beispielsweise für Erkrankungen wie das Down-Syndrom verantwortlich sind.
In der Analyse wurde deutlich, dass bei den Männern, die über Nahrung und Vitaminpräparate die höchste Menge an Folsäure aufnahmen (mehr als 700 Mikrogramm pro Tag), das Risiko einer Chromosomenmutation der Spermien um bis zu 30% verringert war. Die Wahrscheinlichkeit einer krankhaft veränderten Chromosomenzahl der Spermien war umso größer, je schlechter die Versorgung mit Folsäure war. Ob es sich dabei um eine ursächliche Beziehung handelt, konnte diese Studie allerdings nicht nachweisen. Zwischen der Aufnahme anderer Mikronährstoffe wie Zink, Beta-Karotin und den Vitaminen C und E ergab sich kein Zusammenhang hinsichtlich der Chromosomenzahl.
Aus Spermien mit einem überzähligen oder fehlenden Chromosom entwickeln sich nach der Befruchtung Embryonen, deren Entwicklung beeinträchtigt ist. Häufig kommt es bereits im Verlauf der Schwangerschaft zu Fehlgeburten.
Die derzeit empfohlene Folsäure-Tagesdosis liegt bei 400 Mikrogramm für Erwachsene und 600 Mikrogramm für Schwangere. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen 700 bis 800 Mikrogramm Folsäure für Frauen mit Kinderwunsch. Diese Dosis sollte spätestens vier Wochen vor der Empfängnis zugeführt werden. Nach der Empfängnis werden 600 Mikrogramm angeraten, die noch weitere drei Monate eingenommen werden sollten. Frauen mit Kinderwunsch und auch solche die bereits von ihrer Schwangerschaft erfahren haben, können das Risiko für Missbildungen beim Baby durch Folsäure-Einnahme erheblich senken. Viele angeborene Defekte wie die Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, ein missglückter Neuralrohr-Verschluss oder auch angeborene Herzfehler sind durch rechtzeitige Versorgung mit dem B-Vitamin vermeidbar.
Weitere Untersuchungen müssten nun zeigen, ob auch für Männer, die Vater werden wollen, die Einnahme von Folsäure empfohlen werden sollte. Den Ergebnissen dieser Studie zufolge wäre es dann sinnvoll, bereits mindestens drei Monate vor der Zeugung damit zu beginnen, die Folsäurezufuhr zu steigern.
Bereits seit längerem ist bekannt, dass die Fruchtbarkeit von Männern durch Tabak-Konsum beeinträchtigt wird.
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