Niederlande erlauben Embryo-Selektion bei drohendem Krebs
Die niederländische Regierung hat der Embryo-Selektion bei drohender Vererbung bestimmter Krebsgene zugestimmt. Dies soll im Rahmen der sogenannten Präimplantationsdiagnostik vor allem für Gefährdung durch erblichen Brust- oder Darmkrebs gelten, beschloss das Kabinett am Freitag in Den Haag.
Ein medizinisch-ethischer Ausschuss im Maastrichter Krankenhauszentrum soll alle Einzelfälle auf den Ernst der Situation und auf Behandlungsmöglichkeiten beurteilen. Daneben erarbeitet künftig ein weiterer Ausschuss auf Landesebene Richtlinien für die Ausweitung der Selektion bei Gefährdung durch andere Krebsarten.
Die von Christdemokraten (CDA), Sozialdemokraten (PvdA) und der Christen-Union (CU) gebildete Koalitionsregierung unter Leitung des christdemokratischen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende beendete mit dem Beschluss einen internen Meinungsstreit.
Er war durch die Weigerung der CU ausgelöst worden, der von den Sozialdemokraten unterstützten Freigabe der Embryo-Selektion im Fall drohender Vererbung des Brustkrebs- oder Darmkrebs-Gens zuzustimmen. Der Ausschuss soll eine allzu weitgehende Erweiterung der Selektion verhindern. kna/aerzteblatt.de
« Ethikrat macht Babyklappen und anonyme Geburten zum Thema | Startseite | Anti-Müller-Hormon ist Marker für Fruchtbarkeit der Frau »


Aktuellste Artikel zu diesem Thema